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Versorgungsebenen


Finger- und Teilhand-Defekt

Der Verlust einzelner Finger, auch in Verbindung mit teilweisem Handverlust ist durch aufsteckbare Fingerersatzstücke aus Silicon ausgleichbar.

Hierbei handelt es sich um ästhetische Körperersatzstücke, welche individuell in Form und Farbe der natürlichen Hand nachgebildet werden. Sie stellen das äußere Erscheinungsbild wieder her.


Kompromissbereitschaft in Ästhetik, jedoch mit optimaler Funktion sind Funktionelle Teilhandersatzstücke. Sie werden nach den individuellen Bedürfnissen der Benutzer hergestellt und ermöglichen auch einen robusten Einsatz im Berufsleben.




Handgelenk-Exartikulation und Unterarm-Amputation

Durch die Erhaltung des natürlichen Ellenbogengelenkes ist die Bewegungskette Rumpf-Schultergelenk-Ellenbogengelenk vollständig erhalten, so daß der Einsatz einer Prothesenhand bei einer Unterarm- bzw. Handgelenkprothese am effizientesten ist.

Anwender von funktionellen Prothesen dieser Amputationshöhe werden meist wieder vollständig ins Berufsleben integriert. Kinder werden über den Gebrauch passiver Prothesen langsam an anspruchsvollere Versorgungen herangeführt. Frühzeitige Versorgungen fördern beim betroffenen Kleinkind eine weitgehend beidhändige Entwicklung.


Ellenbogen-Exartikulation, Oberarm-Amputation und Schulter-Exartikulation

Eine Versorgung mit funktionellen Gelenken und einer greifenden Prothesenhand ist durch das fehlende natürliche Ellenbogengelenk nur mit starker Einschränkung möglich. Dies gilt umso mehr für die Schulter-Exartikulation. Ein freibewegliches verbliebenes Schultergelenk bildet den einzigen Hebel zur Positionierung des Greifwerkzeuges.

Andernfalls wird durch teilweise passive Prothesen lediglich das äußere Erscheinungsbild und ein annäherndes Gewichtsverhältnis für die Wirbelsäule wiederhergestellt. Frühzeitige Versorgungen von Kleinkindern fördern u.U. eine weitgehend ausgeglichene Entwicklung. Hier kann nur ein individuelles Beratungsgespräch im Vorfeld für eine geplante Versorgung wegweisend sein.


Fehlbildung

Die Vielseitigkeit von Fehlbildungen und -formen verlangt nahezu nach allen möglichen Versorgungsarten. Funktionsmäßig sind die angeborenen Defekte den entsprechenden erworbenen Gliedmaßenverlusten ähnlich. Beim Kleinkind steht eine weitgehend "beidhändige" Entwicklung zunächst im Vordergrund. Bevor hier funktionelle Prothesen angefertigt werden, muß Bereitschaft und Fähigkeit mobilisiert werden. Dies geschieht im allgemeinen durch einfache Patschhandversorgungen und sehr viel Geduld sämtlicher Beteiligter. Nicht selten kann ein angeborener Stumpf erst durch operative Korrekturmaßnahmen "prothesenfähig" gemacht werden. Dies zeigt im Einzelfall immer nur ein beratendes Gespräch.



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